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Ratgeber  Inhalte, die Anfragen bringen

Welche Fotos braucht Ihre Website?

Von Paul Kürbis Stand 28.08.2026 3 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Sie brauchen etwa fünfzehn Fotos: Betrieb von außen, Fahrzeuge, das Team, sechs bis acht abgeschlossene Arbeiten und ein Porträt von Ihnen. Ein aktuelles Handy reicht völlig, entscheidend sind Tageslicht, ein aufgeräumter Hintergrund und die richtige Perspektive. Stockfotos schaden, weil Ihre Kunden sie erkennen und weil sie nichts beweisen.

Fotos sind bei Handwerksbetrieben der wichtigste Inhalt nach der Überschrift. Ihr Kunde kann Ihre Arbeit nicht prüfen, bevor er anruft. Fotos sind das Einzige, was er als Beweis hat.

Die Motivliste

MotivAnzahlWofür
Betrieb oder Werkstatt von außen1 bis 2zeigt, dass es Sie wirklich gibt
Beschriftetes Fahrzeug1Wiedererkennung im Ort
Team, gern in Arbeitskleidung1 bis 2wichtig für Bewerber
Sie als Inhaber1stärkstes Vertrauenssignal überhaupt
Abgeschlossene Arbeiten6 bis 8je Gewerk mindestens zwei
Vorher und nachher2 Paarewirkt stärker als jeder Text
Detail: Material, Werkzeug, Handarbeit2 bis 3zeigt Sorgfalt

Zusammen etwa fünfzehn Bilder. Das ist an einem Vormittag zu schaffen, wenn Sie sich die Baustellenfotos aus dem Handyspeicher dazunehmen.

Mit dem Handy fotografieren, aber richtig

Ein Handy der letzten Jahre liefert für eine Website völlig ausreichende Qualität. Die Fehler liegen woanders:

Licht

Tageslicht, bedeckter Himmel ist ideal. Grelle Mittagssonne erzeugt harte Schatten, in denen man nichts erkennt. Morgens und am späten Nachmittag ist das Licht am freundlichsten. In der Werkstatt: Tore auf, alle Lampen an.

Hintergrund

Der häufigste Fehler. Ein perfekt gedecktes Dach vor einem Container voller Bauschutt wirkt unordentlich. Zwei Minuten aufräumen verbessert das Bild mehr als jede Nachbearbeitung.

Perspektive

Nicht aus Augenhöhe im Stehen. Gehen Sie in die Hocke oder steigen Sie zwei Stufen höher. Bei Dächern lohnt sich Abstand: aus zwanzig Metern sieht man die Fläche, aus drei Metern nur Ziegel.

Querformat

Für Websites brauchen Sie Querformat. Hochformat funktioniert am Handy, wird auf dem Monitor aber entweder beschnitten oder lässt große leere Flächen. Machen Sie im Zweifel beides.

Menschen ins Bild

Ein Dach ohne Menschen ist ein Dach. Ein Dach, auf dem jemand arbeitet, ist eine Geschichte. Holen Sie sich vorher die Zustimmung Ihrer Mitarbeiter, eine kurze schriftliche Bestätigung per E-Mail genügt.

Zwei Minuten aufräumen bringt mehr als zwei Stunden Bildbearbeitung.

Vorher und nachher: die Regeln

Das wirksamste Format bei Handwerksbetrieben, wenn Sie zwei Dinge beachten:

  • Gleicher Standpunkt. Merken Sie sich, wo Sie beim Vorher-Bild standen. Ein Nachher-Bild aus anderem Winkel entwertet den Vergleich.
  • Ähnliches Licht. Vorher bei Regen und nachher bei Sonne wirkt manipuliert, selbst wenn es das nicht ist.

Machen Sie das Vorher-Bild bevor die Arbeit beginnt. Danach ist es zu spät, und genau daran scheitert es meistens. Gewöhnen Sie es sich als festen Handgriff bei der Aufmaßbesichtigung an.

Warum Stockfotos schaden

  • Ihre Kunden erkennen sie. Der lächelnde Handwerker mit perfekten Zähnen steht auf hunderten deutschen Seiten.
  • Sie beweisen nichts. Der einzige Zweck von Fotos auf Ihrer Seite ist der Beweis, dass Sie das können. Ein gekauftes Bild beweist, dass jemand anders es kann.
  • Sie widersprechen dem Ortsbezug. Ein kalifornisches Einfamilienhaus passt nicht zu einem Betrieb im Landkreis Oldenburg.

Ein leicht unscharfes Handyfoto von Ihrer echten Baustelle ist besser als das schönste gekaufte Bild.

Bildrechte, kurz und wichtig

  • Eigene Fotos: unproblematisch, solange keine Personen erkennbar sind oder deren Zustimmung vorliegt.
  • Mitarbeiter: schriftliche Zustimmung einholen. Eine E-Mail reicht. Sie sollte auch regeln, was beim Ausscheiden passiert.
  • Kundenobjekte: fragen Sie den Eigentümer, bevor Sie sein Haus zeigen. In der Regel freut sich der Kunde.
  • Fotos aus dem Internet: nie. Auch nicht das Bild vom Ziegelhersteller. Ein einziges falsches Bild kann teurer werden als die ganze Website.

Technisch: was ich mit Ihren Bildern mache

Sie schicken die Originale, unbearbeitet. Ich übernehme Zuschnitt, Helligkeitskorrektur, Umrechnung in moderne Dateiformate und die Größenanpassung. Ein Handyfoto wiegt oft vier Megabyte, auf einer Website darf es etwa 80 Kilobyte wiegen. Das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die sofort da ist, und einer, die auf dem Handy hakt.

Häufige Rückfragen

Ich habe wirklich keine brauchbaren Fotos. Was jetzt?

Dann machen wir eine Liste mit sechs bis acht Motiven, die Sie bei den nächsten Aufträgen nebenbei aufnehmen. Bis dahin baue ich die Seite mit dem, was da ist, und wir ergänzen laufend. Eine Seite ohne eigene Fotos zu starten ist besser, als monatelang auf den Fotografen zu warten.

Lohnt sich ein professioneller Fotograf?

Wenn Sie Personal suchen, ja. Team- und Betriebsbilder sind das, was Bewerber ansehen, und dort merkt man den Unterschied. Ein halber Tag kostet regional oft 400 bis 900 Euro. Für Baustellenfotos reicht Ihr Handy.

Wie viele Fotos sind zu viele?

Wenn ein Besucher scrollt, ohne etwas Neues zu erfahren, sind es zu viele. Drei aussagekräftige Bilder mit einer Zeile Beschreibung wirken stärker als zwanzig unbeschriftete in einer Galerie.

Paul Kürbis, Webdesigner aus Wildeshausen
Paul Kürbis

Webdesigner aus Wildeshausen. Baut Websites für Handwerk, Maschinenbau und Mittelstand im Landkreis Oldenburg. Mehr über mich oder direkt eine Frage stellen.

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