Ratgeber Kosten und Entscheidung
Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?
Kurz gesagt
Für einen Handwerksbetrieb mit vier bis sechs Seiten liegen die Angebote am Markt zwischen 0 Euro (Baukasten in Eigenarbeit) und rund 8.000 Euro (Agentur). Realistisch für ein professionelles Ergebnis ohne Agentur-Overhead sind 500 bis 2.500 Euro einmalig, dazu 30 bis 80 Euro Hosting im Jahr. Bei mir kostet die komplette Website 500 Euro.
Die Frage kommt in jedem Erstgespräch, meistens als erste. Und sie ist berechtigt, denn kaum ein Markt ist so undurchsichtig wie Webdesign. Für dieselbe Leistung finden Sie Angebote, die um den Faktor zehn auseinanderliegen. Dieser Beitrag zerlegt den Preis in seine Bestandteile, damit Sie ein Angebot bewerten können, statt es glauben zu müssen.
Die vier Preisstufen am Markt
| Weg | Einmalig | Laufend | Ihr Aufwand |
|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 0 € | 15 bis 40 € im Monat | 20 bis 60 Stunden |
| Freiberuflicher Webdesigner | 500 bis 2.500 € | 0 bis 240 € im Jahr | 2 bis 4 Stunden |
| Kleine Agentur | 2.500 bis 5.000 € | Wartungsvertrag üblich | 4 bis 8 Stunden |
| Größere Agentur | 5.000 bis 8.000 €+ | meist Pflichtvertrag | 8 bis 20 Stunden |
Die Spanne erklärt sich nicht durch die Qualität des Ergebnisses. Sie erklärt sich durch das, was Sie mitbezahlen: Büromiete, Projektleitung, Vertrieb auf Provision, Praktikanten in der Umsetzung. Für einen Konzern ist dieser Apparat richtig. Für einen Betrieb mit sechs Leuten und vier Gewerken ist er es selten.
Was wirklich Arbeit macht
Eine Website für einen Handwerksbetrieb ist technisch überschaubar. Der Aufwand steckt an drei Stellen, und daran können Sie ein Angebot messen:
1. Die Struktur festlegen
Welche Seiten braucht der Betrieb, damit jede Leistung einzeln gefunden werden kann? Wer Dachdeckerei, Zimmerei und Bauklempnerei auf einer einzigen Leistungsseite zusammenwirft, wird für keines der drei Gewerke gefunden. Diese Entscheidung kostet ein Gespräch und entscheidet über den Erfolg der ganzen Seite. Mehr dazu unter Websites für Dachdecker.
2. Die Texte schreiben
Das ist der größte Einzelposten und der, den die meisten Anbieter still auf Sie abwälzen. Fragen Sie explizit nach: Schreibt der Anbieter die Texte, oder liefern Sie sie? Wenn Sie liefern sollen, kostet Sie das drei bis fünf Abende, und das Ergebnis liest sich meistens wie eine Betriebsbeschreibung für das Finanzamt.
3. Bilder aufbereiten
Fotos vom Handy sind gut genug, aber sie müssen zugeschnitten, in der Helligkeit korrigiert und für schnelles Laden umgerechnet werden. Ein unbearbeitetes Handyfoto wiegt vier Megabyte. Auf einer Website darf es 80 Kilobyte wiegen, sonst lädt die Seite auf dem Handy quälend langsam.
Die Posten, die im Angebot fehlen
Achten Sie darauf, ob diese Punkte im Preis enthalten sind. Wenn nicht, kommen sie später als Nachtrag:
- Impressum und Datenschutzerklärung passend zur eingesetzten Technik. Ein Textbaustein aus dem Internet passt nicht, wenn Ihre Seite Schriften von Google nachlädt oder ein Kontaktformular betreibt.
- Weiterleitungen von der alten Website. Ohne sie verlieren Sie jede Google-Platzierung, die Sie sich über Jahre erarbeitet haben, und jeder Link aus einem Branchenverzeichnis läuft ins Leere.
- Google Search Console und Unternehmensprofil. Beides kostet den Anbieter zwanzig Minuten und ist die Grundlage dafür, dass Sie lokal überhaupt sichtbar werden.
- Übergabe der Zugänge. Domain und Hosting müssen auf Ihren Namen laufen, nicht auf den des Dienstleisters. Sonst sind Sie gebunden.
Laufende Kosten, ehrlich gerechnet
Die einmaligen Kosten sind nur die halbe Rechnung. Über fünf Jahre sieht es so aus:
| Modell | Jahr 1 | Nach 5 Jahren | Gehört Ihnen? |
|---|---|---|---|
| Baukasten, 29 € im Monat | 348 € | 1.740 € | nein |
| Freiberufler, 500 € plus Pflege | 790 € | 1.510 € | ja |
| Agentur, 4.000 € plus Vertrag | 4.600 € | 7.000 € | meist ja |
Beim Baukasten ist der entscheidende Punkt nicht der Betrag, sondern die letzte Spalte. Wenn Sie kündigen, ist die Seite weg. Sie haben fünf Jahre lang gemietet und stehen danach wieder bei null.
Woran Sie ein überteuertes Angebot erkennen
- Der Preis steht nirgends. Wer seinen Einstiegspreis nicht nennt, verhandelt nach Kunde, nicht nach Aufwand.
- Pflichtvertrag über 24 Monate. Ein Wartungsvertrag ist sinnvoll, eine Bindung nicht.
- Ranking-Garantie. Platz eins bei Google kann niemand garantieren. Wer es tut, verkauft Ihnen etwas, das er nicht halten kann. Warum das so ist, steht unter Lokales SEO.
- Seitenzahl als Preistreiber. Wenn jede Unterseite 400 Euro extra kostet, werden Sie am Ende zu wenige Seiten haben, und genau daran scheitert die Sichtbarkeit.
Was ich nehme und warum
Eine komplette Website kostet bei mir 500 Euro einmalig, unabhängig davon, ob sie drei oder sechs Unterseiten hat. Die laufende Betreuung kostet 240 Euro im Jahr und ist freiwillig. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weise ich keine Umsatzsteuer aus, der Betrag ist der Endbetrag.
Das geht, weil bei mir kein Overhead mitbezahlt wird: keine Büromiete in der Innenstadt, kein Projektleiter zwischen Ihnen und der Umsetzung, kein Vertrieb auf Provision. Sie sprechen mit der Person, die auch baut. Die vollständige Aufstellung finden Sie auf der Preisseite.
Häufige Rückfragen
Ist eine Website für 500 Euro nicht zu billig, um gut zu sein?
Der Preis sagt etwas über die Kostenstruktur des Anbieters aus, nicht über die Qualität des Ergebnisses. Entscheidend ist, was im Angebot steht: Wer schreibt die Texte, sind Impressum und Datenschutz enthalten, werden Weiterleitungen von der alten Seite eingerichtet, laufen Domain und Hosting auf Ihren Namen. Prüfen Sie diese vier Punkte, dann wissen Sie mehr als aus jedem Preisvergleich.
Was kostet die Website danach im Monat?
Bei mir nichts, wenn Sie das nicht wollen. Die Betreuung kostet 240 Euro im Jahr und ist freiwillig. Verpflichtend sind nur Domain und Hosting, üblicherweise 30 bis 80 Euro im Jahr, direkt beim Anbieter und auf Ihren Namen.
Muss ich für jede zusätzliche Seite nachzahlen?
Bei mir nicht. Der Preis gilt für die komplette Website. Wenn während der Umsetzung auffällt, dass ein Gewerk eine eigene Seite braucht, kommt sie dazu, ohne Nachforderung. Bei Angeboten mit Preis je Unterseite lohnt sich die Nachfrage, denn zu wenige Seiten sind der häufigste Grund für fehlende Sichtbarkeit.