Ratgeber Kosten und Entscheidung
Woran erkennen Sie einen guten Webdesigner?
Kurz gesagt
Sie müssen Webdesign nicht beurteilen können, um einen Anbieter zu beurteilen. Fragen Sie nach Eigentum an Domain und Dateien, nach Textarbeit, nach Weiterleitungen von der alten Seite und nach dem, was er Ihnen ausdrücklich nicht verspricht. Wer bei diesen vier Punkten ausweicht, ist der falsche Partner, unabhängig davon, wie hübsch sein Portfolio aussieht.
Sie kaufen etwas, das Sie fachlich nicht beurteilen können. Das ist unangenehm, aber es ist lösbar: Sie beurteilen nicht das Handwerk, sondern die Antworten. Ein guter Anbieter beantwortet diese Fragen ohne Zögern und ohne Fachchinesisch.
Die vier Fragen, die alles entscheiden
1. Auf wen laufen Domain und Hosting?
Richtige Antwort: auf Sie. Immer. Der Dienstleister richtet ein, Sie sind Inhaber.
Warnsignal: "Das läuft alles über uns, darum müssen Sie sich nicht kümmern." Das klingt bequem und bedeutet, dass Sie bei einem Streit vor der Tür stehen und Ihre Domain drinnen bleibt.
2. Wer schreibt die Texte?
Richtige Antwort: "Ich schreibe vor, Sie korrigieren fachlich."
Warnsignal: "Die Texte liefern Sie." Das ist der größte Einzelposten, und er wird still auf Sie abgewälzt. Rechnen Sie mit acht bis zwanzig Abenden.
3. Was passiert mit den Adressen der alten Seite?
Richtige Antwort: "Ich richte Weiterleitungen ein, damit weder Ihre Google-Platzierungen noch verlinkte Seiten ins Leere laufen."
Warnsignal: Ratlosigkeit. Wer diese Frage nicht sofort versteht, hat noch nie eine Seite abgelöst und wird Ihre Sichtbarkeit versehentlich löschen.
4. Was versprechen Sie mir ausdrücklich nicht?
Richtige Antwort: irgendetwas Konkretes. Zum Beispiel: keine garantierten Platzierungen, keine Ergebnisse in vier Wochen.
Warnsignal: "Wir kriegen alles hin." Wer keine Grenze benennen kann, hat noch nicht genug Projekte gemacht, um seine zu kennen.
Acht weitere Fragen fürs Erstgespräch
- Wie viele Unterseiten schlagen Sie vor und warum genau diese? Wenn die Antwort nicht Ihre Gewerke aufgreift, hat er Ihnen nicht zugehört.
- Bekomme ich die Dateien, wenn ich sie will? Ja ist die einzige richtige Antwort.
- Sind Impressum und Datenschutzerklärung enthalten? Und passen sie zur eingesetzten Technik oder sind es Textbausteine?
- Werden Schriften von Google nachgeladen? Wenn ja, gehört das in die Datenschutzerklärung. Hintergrund dazu.
- Wie schnell lädt die Seite auf dem Handy? Lassen Sie sich eine Referenz zeigen und öffnen Sie sie auf Ihrem eigenen Telefon, im Mobilfunknetz, nicht im WLAN.
- Was kostet eine Änderung nach dem Livegang? Und wie schnell geht das?
- Kann ich mit einem Ihrer Kunden sprechen? Wer drei echte Projekte hat, kann eine Nummer herausgeben.
- Wer arbeitet tatsächlich daran? Bei Agenturen sitzt im Erstgespräch oft der Vertrieb und in der Umsetzung jemand anderes.
Das Portfolio richtig lesen
Schöne Bilder in einem Portfolio sagen wenig. Prüfen Sie stattdessen:
- Sind die Seiten live? Klicken Sie die Links an. Mockups ohne erreichbare Adresse sind Entwürfe, keine Referenzen.
- Öffnen Sie sie auf dem Handy. Dort trennt sich die Spreu vom Weizen.
- Steht dabei, was die Aufgabe war? "Modernes Design für Firma X" ist keine Referenz. Ausgangslage, Lösung und Ergebnis sind eine.
- Passt die Branche? Wer bisher nur Cafés und Yogastudios gemacht hat, kennt Ihre Kundschaft nicht.
Vorsicht bei Kundenstimmen
Zitate auf Anbieterseiten sind schnell erfunden. Prüfen Sie, ob der zitierte Betrieb auch im Portfolio auftaucht und ob es ihn wirklich gibt. Ein Zitat von "Sarah M., Café am Markt" ohne Link und ohne Projekt dahinter ist wertlos. Aus genau diesem Grund stehen auf dieser Website keine Zitate, sondern drei nachprüfbare Projekte mit Ausgangslage, Umsetzung und Adresse.
Wenn Sie nur eine Frage stellen können
Dann diese: "Was würden Sie mir raten, wenn Sie nichts an mir verdienen würden?" Die Antwort trennt Berater von Verkäufern zuverlässiger als jede Referenzliste.
Häufige Rückfragen
Sollte ich mehrere Angebote einholen?
Ja, zwei bis drei. Achten Sie dabei weniger auf den Preis als darauf, wie unterschiedlich die vorgeschlagenen Seitenstrukturen sind. Wer Ihnen als Einziger eine eigene Seite je Gewerk vorschlägt, hat verstanden, worum es geht.
Ist ein Anbieter aus der Region besser?
Nicht automatisch, aber es hilft. Wer weiß, dass Hude, Ganderkesee und Dötlingen zu Ihrem Einzugsgebiet gehören und Wildeshausen nicht Wildeshausen bei Hamburg ist, schreibt bessere Ortsbezüge. Für die Zusammenarbeit selbst spielt die Entfernung kaum eine Rolle, das läuft ohnehin über Videocall und Telefon.
Wie erkenne ich unrealistische SEO-Versprechen?
An Garantien und an Zeitangaben. Platz eins kann niemand garantieren, weil niemand Googles Ranking kontrolliert. Und für allgemeine Suchbegriffe dauert es in der Regel zwei bis drei Monate bis zur ersten Bewegung, nicht vier Wochen.