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Ratgeber  Personal und Technik

Website umziehen, ohne die Rankings zu verlieren

Von Paul Kürbis Stand 28.08.2026 3 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Der häufigste Fehler beim Relaunch sind fehlende Weiterleitungen. Wenn Ihre alte Leistungsseite unter einer anderen Adresse lag als die neue und niemand eine Weiterleitung einrichtet, verlieren Sie alles, was Google zu dieser Seite wusste. Eine vollständige Liste der alten Adressen vor dem Umstellen ist der wichtigste einzelne Arbeitsschritt.

Es ist ein bekanntes Muster: Ein Betrieb bekommt eine neue, deutlich bessere Website, und drei Wochen später kommen weniger Anfragen als vorher. Die Ursache sind fast immer fehlende Weiterleitungen.

Was dabei passiert

Ihre alte Seite hatte Adressen wie /leistungen.html oder /index.php?id=7. Google hat diese Adressen über Jahre kennengelernt, bewertet und in den Ergebnissen platziert.

Die neue Seite hat andere Adressen, etwa /dachdeckerei/. Wenn niemand die Verbindung herstellt, passiert Folgendes:

  • Jeder, der aus einem Google-Ergebnis auf die alte Adresse klickt, landet auf einer Fehlerseite.
  • Jeder Link aus einem Branchenverzeichnis, von der Innung oder aus einem Zeitungsartikel führt ins Leere.
  • Google entfernt die alten Adressen nach einiger Zeit aus dem Index, und die neuen fangen bei null an.
Sie verlieren nicht die Website. Sie verlieren, was Google über Jahre über sie gelernt hat.

Was eine Weiterleitung ist

Eine dauerhafte Weiterleitung, technisch eine 301-Weiterleitung, sagt jedem Browser und jeder Suchmaschine: "Diese Adresse gibt es nicht mehr, der Inhalt ist jetzt hier." Google überträgt dabei den Großteil der aufgebauten Bewertung auf die neue Adresse.

Sie ist eine einzelne Zeile in einer Konfigurationsdatei. Der Aufwand liegt nicht im Einrichten, sondern im vollständigen Erfassen aller alten Adressen.

Die Checkliste

Vor dem Umzug

  1. Alle alten Adressen erfassen. Aus der Google Search Console unter Leistung, aus der Sitemap der alten Seite und über die Suche site:ihre-domain.de. Ergebnis ist eine Liste, keine Schätzung.
  2. Zuordnung erstellen. Je alte Adresse eine neue. Wenn es keine Entsprechung gibt, nehmen Sie die thematisch nächstliegende Seite, nicht pauschal die Startseite.
  3. Aktuelle Zahlen sichern. Machen Sie Bildschirmfotos Ihrer Search-Console-Werte. Nur so können Sie später beurteilen, ob es besser oder schlechter geworden ist.
  4. E-Mail-Postfächer sichern. Wenn der Hoster wechselt, können Postfächer gelöscht werden.

Beim Umzug

  1. Weiterleitungen einrichten, dauerhaft, nicht temporär.
  2. Neue Seite auf einer Testadresse prüfen, bevor die Domain umgestellt wird.
  3. SSL einrichten und http auf https weiterleiten.
  4. Auf www oder ohne www festlegen und die andere Variante weiterleiten.

Nach dem Umzug

  1. Jede Weiterleitung testen. Alte Adresse aufrufen, prüfen ob die richtige neue Seite erscheint.
  2. Neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  3. Indexierung der Startseite beantragen.
  4. Website-Adresse im Google Unternehmensprofil prüfen.
  5. Fehlerseiten überwachen, in der Search Console unter Indexierung. Dort tauchen alte Adressen auf, die Sie übersehen haben.
  6. Externe Einträge aktualisieren: Branchenverzeichnisse, Innung, Social-Media-Profile, E-Mail-Signaturen.

Was Sie erwarten dürfen

Auch bei einem sauberen Umzug schwanken die Positionen für einige Wochen. Google muss die neuen Adressen erst erfassen und bewerten. Das ist normal.

ZeitraumNormal
Woche 1 bis 2Schwankungen, teils deutliche Ausschläge
Woche 3 bis 6Positionen nähern sich dem alten Niveau
ab Woche 6Stabilisierung, bei besserer Seite oft über dem alten Niveau

Wenn nach zwei Monaten die Sichtbarkeit deutlich unter dem alten Stand liegt, stimmt etwas nicht. Dann sind fast immer Weiterleitungen unvollständig.

Der Sonderfall: Domainwechsel

Wenn Sie zusätzlich die Domain ändern, kommt Arbeit dazu:

  • Weiterleitung der kompletten alten Domain auf die neue
  • Adressänderung in der Search Console melden
  • Alte Domain mindestens ein Jahr behalten und weiterleiten lassen
  • Alle externen Einträge und Druckerzeugnisse anpassen

Ein Domainwechsel kostet Sichtbarkeit, auch wenn alles richtig gemacht wird. Machen Sie ihn nur, wenn es einen guten Grund gibt.

Die häufigsten Fehler

  • Alles auf die Startseite weiterleiten. Google wertet das als Soft-404 und überträgt nichts.
  • Temporäre statt dauerhafte Weiterleitungen. Google behält dann die alte Adresse im Index.
  • Weiterleitungsketten. Alt zeigt auf mittel, mittel zeigt auf neu. Direkt weiterleiten.
  • Die alte Seite sofort abschalten, bevor die neue geprüft ist.
  • Die Search Console vergessen. Ohne sie merken Sie Probleme erst, wenn keine Anfragen mehr kommen.

Bei meinen Projekten gehören die Erfassung der alten Adressen und die Weiterleitungen zum Livegang dazu, ohne Aufpreis. Siehe Website erstellen lassen.

Häufige Rückfragen

Ich habe keine Search Console. Wie finde ich meine alten Adressen?

Über die Google-Suche mit site:ihre-domain.de sehen Sie die indexierten Seiten. Ergänzend hilft die Navigation der alten Seite: Klicken Sie jeden Menüpunkt an und notieren Sie die Adresse. Für eine typische Handwerkerseite mit acht Unterseiten ist das in zwanzig Minuten erledigt.

Wie lange muss ich die Weiterleitungen behalten?

Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Sie kosten nichts und verhindern, dass alte Links aus Verzeichnissen oder Zeitungsartikeln ins Leere laufen. Es gibt keinen Grund, sie je zu entfernen.

Verliere ich meine Google-Bewertungen beim Umzug?

Nein. Bewertungen hängen am Google Unternehmensprofil, nicht an der Website. Sie sollten nach dem Umzug nur die hinterlegte Website-Adresse im Profil aktualisieren.

Paul Kürbis, Webdesigner aus Wildeshausen
Paul Kürbis

Webdesigner aus Wildeshausen. Baut Websites für Handwerk, Maschinenbau und Mittelstand im Landkreis Oldenburg. Mehr über mich oder direkt eine Frage stellen.

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