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Lokales SEO für Handwerksbetriebe

Von Paul Kürbis Stand 28.08.2026 3 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Lokale Sichtbarkeit hängt an drei Dingen: Relevanz (passt Ihr Angebot zur Suchanfrage), Entfernung (wie nah sind Sie am Suchenden) und Bekanntheit (Bewertungen, Erwähnungen, Verlinkungen). Die Entfernung können Sie nicht beeinflussen, die anderen beiden schon. Der größte Hebel für Handwerksbetriebe ist eine eigene Seite je Gewerk plus ein vollständiges Google Unternehmensprofil.

Lokales SEO klingt nach einer Spezialdisziplin für Agenturen. Es sind im Kern drei Faktoren, und zwei davon können Sie selbst beeinflussen.

Wie Google lokal entscheidet

Bei einer Suche mit lokalem Bezug wägt Google im Wesentlichen drei Dinge ab:

Relevanz

Passt Ihr Betrieb zu dem, was gesucht wurde? Das entscheidet sich an Ihrer Kategorie im Unternehmensprofil, an den Leistungen, die Sie dort eingetragen haben, und an dem, was auf Ihrer Website steht. Wer "Zimmerei" sucht und bei Ihnen nirgends das Wort Zimmerei findet, bekommt Sie nicht angezeigt.

Entfernung

Wie weit ist der Suchende von Ihnen entfernt? Das können Sie nicht beeinflussen, und deshalb ist es müßig, in Oldenburg gegen Oldenburger Betriebe ranken zu wollen, wenn Sie in Wildeshausen sitzen. Was Sie beeinflussen können, ist das eingetragene Einzugsgebiet.

Bekanntheit

Wie bekannt ist Ihr Betrieb insgesamt? Dazu zählen Bewertungen, Erwähnungen in Branchenverzeichnissen, Verlinkungen von anderen Seiten, Einträge bei der Innung oder Handwerkskammer, Presseberichte in der Lokalzeitung.

Zwei von drei Faktoren sind Fleißarbeit. Nur die Entfernung ist Schicksal.

Die Reihenfolge, in der Sie arbeiten sollten

1. Eine Seite je Gewerk

Der größte einzelne Hebel und der, der am häufigsten fehlt. Solange Dachdeckerei, Zimmerei und Bauklempnerei zusammen auf einer Leistungsseite stehen, konkurrieren sie um dieselbe Adresse und keine gewinnt.

Jedes Gewerk braucht:

  • eine eigene Adresse, etwa /zimmerei-holzbau/
  • einen eigenen Seitentitel mit Gewerk und Ort
  • eigenen Text, keine Wiederholung
  • eigene Bilder aus genau diesem Gewerk

2. Ortsbezug im Text, nicht nur im Impressum

Ihre Orte gehören in Überschriften und Fließtext. Nicht als Aufzählung von dreißig Ortsnamen im Fußbereich, das wertet Google als Spam. Sondern natürlich: "Seit 1992 decken wir Dächer in Hude, Ganderkesee und dem Landkreis Oldenburg."

3. Google Unternehmensprofil vollständig

Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Fotos, Öffnungszeiten. Schritt für Schritt.

4. Einheitliche Angaben überall

Name, Adresse, Telefonnummer identisch auf Website, im Profil, in Verzeichnissen. Prüfen Sie Ihre Einträge bei den gängigen Portalen und bei Ihrer Innung.

5. Bewertungen aufbauen

Stetig, nicht in Schüben. Zwanzig Bewertungen an einem Tag wirken auffällig. Zwei pro Monat über ein Jahr wirken echt und sind es auch.

6. Technische Grundlagen

Ladezeit, mobile Darstellung, verschlüsselte Verbindung, saubere Adressen ohne Kauderwelsch, eine Sitemap. Das ist der Teil, den ein Dienstleister macht, und er ist die Voraussetzung dafür, dass die Punkte 1 bis 5 überhaupt wirken.

Was strukturierte Daten bringen

Im Quelltext einer Seite lassen sich Angaben maschinenlesbar hinterlegen: Anschrift, Öffnungszeiten, Leistungen, Preise, Bewertungen. Das sieht kein Besucher, aber Google liest es, und inzwischen lesen es auch KI-Assistenten, wenn jemand dort nach einem Handwerker fragt.

Für lokale Betriebe ist das keine Kür. Es ist die Grundlage dafür, überhaupt als lokaler Betrieb erkannt zu werden statt als beliebige Website.

Was Sie sich sparen können

  • Gekaufte Backlinks. Kurzfristig wirksam, langfristig ein Risiko, das Sie nicht brauchen.
  • Massenweise Ortsseiten. Vierzig Seiten nach dem Muster "Dachdecker in [Ort]" mit ausgetauschtem Ortsnamen wertet Google als Doorway-Pages ab. Eine Ortsseite lohnt sich, wenn Sie dort ein echtes Projekt vorzeigen können.
  • Keyword-Stopfen. "Dachdecker Wildeshausen" fünfzehnmal auf einer Seite hilft nicht, es schadet.
  • Monatliche SEO-Pakete ohne Leistungsnachweis. Lassen Sie sich zeigen, was konkret gemacht wurde.

Wie Sie den Erfolg messen

Nicht am Gefühl, sondern an drei Zahlen aus kostenlosen Werkzeugen:

  • Google Search Console: für welche Suchanfragen erscheinen Sie, wie oft wird geklickt.
  • Unternehmensprofil-Statistik: wie oft wurde Ihre Nummer angetippt, wie oft die Route geöffnet.
  • Und die einzige Zahl, die zählt: Fragen Sie jeden neuen Anrufer, wie er auf Sie gekommen ist. Notieren Sie es. Nach drei Monaten wissen Sie mehr als aus jedem Bericht.

Häufige Rückfragen

Brauche ich eine eigene Seite für jeden Ort in meinem Einzugsgebiet?

Nur wenn Sie zu jedem Ort etwas Echtes zu erzählen haben, etwa ein dort umgesetztes Projekt. Ortsseiten nach Schema F, bei denen nur der Ortsname ausgetauscht wird, wertet Google als Doorway-Pages ab und das schadet der ganzen Domain.

Wie viele Bewertungen brauche ich?

Es gibt keine Zielzahl. Entscheidend ist der Vergleich zu den Betrieben, die im Umkreis vor Ihnen stehen. Schauen Sie nach, wie viele die haben, und arbeiten Sie stetig darauf zu. Regelmäßigkeit wirkt stärker als eine einmalige Aktion.

Kann ich lokales SEO selbst machen?

Die Punkte 3 bis 5 auf jeden Fall: Unternehmensprofil, einheitliche Angaben, Bewertungen. Das kostet Sie ein paar Stunden und keinen Cent. Punkt 1, die Seitenstruktur, und Punkt 6, die Technik, brauchen jemanden, der an der Website arbeiten kann.

Paul Kürbis, Webdesigner aus Wildeshausen
Paul Kürbis

Webdesigner aus Wildeshausen. Baut Websites für Handwerk, Maschinenbau und Mittelstand im Landkreis Oldenburg. Mehr über mich oder direkt eine Frage stellen.

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